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Hier sieht man, auf einem Lanz Werbeprospekt, einen 12-er Lanz in einer späteren Verkehrsausführung. Der ursprüngliche 12-er von 1921 hatte eiserne Speichenräder, einen Auspuff nach unten und ihm fehlten die Bleche über den damals unterschiedlich großen Schwungrädern. Der erste Bulldog war mehr als fahrende Antriebsmaschine, denn als Ackerschlepper konstruiert. Er hatte kein Schaltgetriebe, ja es gab ihn sogar noch als Gespannbulldog, d. h. er mußte zum Einsatzort gezogen werden. Auch ein Rückwärtsgang fehlt, der Motor muß umgesteuert werden. Als Straßen-Zugmaschine ist er in dieser gezeigten Ausführung konzipiert, die schwere Hartgummizwillingsbereifung, 2-Ganggetriebe und Federachse enthält. Er wurde bis 1927 über 6000 mal gefertigt und ist heute ein so begertes Sammelobjekt, daß von ihm Replikate hergestellt werden. Lanz versucht aufgrund des Erfolges des Glühkopfmotor in einer Zugmaschine, weitere Konstruktionen dieser Art durchzusetzen. |
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Dies gelingt erst mit dem abgebildeten HR2 Großbulldog, auch Verdampfer genannt. Er löst den HL Bulldog und kommerziell wenig erfolgreiche Entwicklungen, wie Mops, Felddank oder Knicklenker ab. Er hatte als erster Bulldog den sagenhaften Hubraum von 10,3Liten und leistet auf Dauer 22 und als Kurzleistung über eine Stunde 28PS. Mit ihm gelingt den Mannheimern ein noch größerer Erfolg als mit dem 12-er. Er werden auf dem ersten deutschen Fließband von 1927-29 über 7000 Stück gefertigt. Es gibt ihn als Acker- und Strassenschlepper und auch mit Anbauraupen. |
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Der Name Verdampfer bedeutet, dass es sich um eine Verlustkühlung handelt. Es mußte also bei dem HR2 Großbulldog ständig das Kühlwasser ergänzt werden. Ein Nachteil nicht nur auf den Überseeischen Exportmärkten. Die richtige Entwicklung ist auf nebenstehendem Prospekt zu sehen. Ein sogenannter Kühlerbulldog. Hier in der starken 22/38PS Version. Der Bulldog ist mit einer Thermosyphon-Kühlung ausgerüstet,d.h. es ist keine Pumpe nötig. Der Wasserumlauf geschieht infolge des Wärmegefälles. Warmes Wasser steigt auf, kühlt sich in den Kühlerelementen ab und sinkt weiter zum Zylinder, wo es wieder erwärmt wird. Der erste Kühlerbulldog ist der HR4 in den Jahren 1928/29. Er wird nur 180 mal hergestellt und dann vom HR5 mit 15/30PS 1929 abgelöst, der bis 1935 gebaut wird. Es gibt wiederum Acker und Strassenausführungen. Daneben wird erstmals ein Kettenbulldog angeboten. Beim HR2 war es üblich, um die Traktion zu verstärken oder den Bodendruck zu verringern, Halbketten zu montieren. Diese Möglichkeit besteht weiterhin, da sich der Kettenbulldog nicht bewert. Dem HR5 wird 1931 der HR6 zur Seite gestellt, wie in dem Prospekt abgebildet. |
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Der HR6 oder auch 22/38 genannte Bulldog ist mit einem Drehzahlregler ausgerüstet, dem sogenannten Stufenregler, der zwei Drehzahlbereiche regelt. Er kann im Bereich zwischen 200 und 540 arbeiten und entspricht von der Leistung damit dem HR5 und er kann den Drehzahlbereich zwischen 600 und 700 Umdrehungen/Min. einhalten. Durch diese höhere Drehzahl ist die Mehrleistung von 38PS zustande gekommen. Äußerlich ist der HR6 durch ein stärker ausgebildetes Differential, Achstrichter und Getriebegehäuse, sowie Bodenbleche und größere Antriebsräder erkennbar. Es gibt neben dem Ketten bulldog noch eine besondere Ausführung, der Teerölbulldog 24/40PS. Es handelt sich um einen HR6 der für den Betrieb mit zähflüssigen Kraftstoffen, die jedoch einen hohen Heizwer besitzen, ausgerüstet ist. Er kann eine Höchstleistung von 46PS erbringen. Solche Maschinen wurden meist nach Ost/Südosteuropa exportiert. Die Teerölausrüstung bleibt für nachfolgende Typen optional lieferbar. |
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Dieses Prospekt zeigt einen HN1 12/20. Es handelt sich um einen Bulldog(kleiner Kühlerbulldog) der den neuentwickelten 4,7Liter Motor erhält. Lanz versucht hiermit die Motorisierung der Bauernhöfe voranzutreiben. Der HN1 erscheint 1931 und in ihm werden viele Neuerungen, die den Stand der Technik verkörpern, verwirklicht. Beispielsweise ein Getriebe mit Vorgelege für Ackerluftbulldogs, welches 6-Gänge ermöglicht, der zentrale Ölapparat(Boschöler), Luftbereifung, Einpedalkupplung, mittige Getriebezapfwelle, Luftbereifung usw. Die Kupplung wird auf die linke Seite verlagert, Regler und Lüfterantrieb befinden sich nun links. Der Pumpenstößel wird infolge dessen von der Daumenwelle angetrieben. Der Bulldog, es gibt ihn wieder als Acker- und Strassenmaschine, ist jedoch für die Bauern viel zu teuer und wird ein Flop. Nur 678 Exemplare werden verkauft und deßhalb kommt bereits 1933/34 der billigere(in Ausführung und Preis)HN2 auf den Markt. |
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Er unterscheidet sich äußerlich durch einfachere Stehbleche,durchgehende Bodenplatte, einem Steigrohr aus einem Gußteil und aus einer Blechhaube zwischen Amaturenwand und Tank, unter der sich Luftfilter, Heizlampe etc. verbergen. Der auf dem Prospekt abgebildete Bulldog stellt die Sparversion für den Acker dar. Er besitzt dann weder Fußgas noch Bremse. Der Boschöler versorgt nur noch die wichtigsten Lager, wie Kurbelwellen-und Pleullager, sowie den Kolben. Er befindet sich nun links im Kubelgehäuse und wird von der Kurbelwelle angetrieben. Andere Lager werden nun vom Dochtöler geschmiert. Die Zapfwelle wird rechts vom Getriebe angeordnet. Mit dem HN2 tritt die HN bzw HR Bezeichnung zurück und wird nur noch werksintern und um Baureihen zu kennzeichnen benutzt. Es gelten nun die D-Nummern. In diesem Fall handelt es sich einen D7500 (Ackerbulldog)Auch der einfachere HN2 wird ein Misserfolg. Mit nur 594 Exemplaren bleibt er sogar hinter dem HN1 zurück. |
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Auch die großen Bulldogs werden weiter entwickelt und profitieren von den Erfahrungen, die mit der kleinen Baureihe gemacht wurden. Auch hier tauschen Kupplung und Lüfterantrieb/Regler die Seiten, es kommt die Einpedalbackenkupplung und das Getriebe mit Vorgelege(beim Ackerluftbulldog D8506 bzw D9506) zum Einbau, ebenso kommt der von den HN Bulldogs bekannte Ölapparat links unter der Kurbelwelle. Die neue Amaturenwand bildet, zusammen mit einfacheren Seitenblechen und einer Bodenplatte, einen abgeschlossenen Fahrerraum und nimmt die Lenksäule auf. Die Motoren bleiben unverändert. So leistet der D8500 Ackerbulldog(HR7) 30PS bei 540 U/min und der D9500 Ackerbulldog (HR8) 38PS "Normale Dauerleistung über eine Stunde" bei 630 U/min, da er mit dem Stufenregler ausgerüstet ist kann er auch mit 540 U/min laufen und dementsprechen geringe Leistung erbringen. |
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Wie gewohnt werden die HR7/HR8 D85../D95..Bulldogs in verschiedenen Ausrüstungen geliefert. Sie tragen folgende Bezeichnungen:
D8500 Acker-Bulldog mit Dreiganggetriebe, eisenbereift, mit Hand- und Fußbremse, Handgashebel, Riemenscheibe;
D8501 Acker-Bulldog, mit elektr. Anlaßzündung, elektr. Beleuchtung;
D8502 Acker-Bulldog, elektr. Beleuchtung;
Sonderausrüstung: Zapfwelle, Vollkotflügel, Luftbereifung;
D8506 Ackluft-Bulldog mit 6-Ganggetriebe, Luftbereifung, gefederte Achse, mit Hand- und Fußgas und -bremse, elektr. Anlaßzündung und Beleuchtung, Riemenscheibe;
D8507 Ackerluft-Bulldog ohne elektr. Anlaßzündung;
Sonderausrüstung: Zapfwelle, motor. Reifenfüllanlage, Verdeck und Scheibe, Universalkotflügel, Eisenbereifung;
D8511 Kombinations-Bulldog, ähnlich D8506 aber anderes Getriebe und Bereifung;
D8531 Eil-Bulldog, schnelles 6-Ganggetriebe, Polstersitzbank; Automobilkotflügel, Auspuff nach unten;
D8538 Eil-Bulldog mit Seilwinde;
D8539 Eil-Bulldog mit festem Fahrerhaus;
Sonderausrüstung: Zapfwelle, Riemenscheibe, Druckluftbremsanlage, Zwillingsbereifung
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Mitte 1936 verändert sich das Äußere der großen Bulldogs. Der Wasserkasten wird wieder so breit, wie bei den Kühlerbulldogs. Die Worte BULLDOG auf dem Wasserkasten und LANZ auf dem Steigrohr verschwinden. Dafür wird nun auf dem Steigrohr das gerahmte LANZ BULLDOG eingegossen. Die gewölbten Stehbleche werden in dieser Zeit durch gerade(billigere), die ihre Steifigkeit allein durch eine Sicke erhalten, ersetzt. Ebenfalls in dieser Zeit beginnt die Ablösung der großen Backenkupplung durch die große Scheibenkupplung, welche Ende 1940 durch die kleine Scheibenkupplung ersetzt wird.Die Leistungsangabe wird von 30PS auf 35 und von 38 auf 45PS angehoben, obwohl keine leistungssteigernden Maßnahmen erfolgen. Die Angabe der Höchstleistung, statt wie bisher der Dauerleistung, war aus kaufmännischer Sicht im Vergleich zur Konkurrenz notwendig.
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Das Verkaufspogramm wird 1938 mit dem 55PS Bulldog erweitert(D15..). Hier findet eine wirkliche Leistungssteigerung infolge Drehzahlerhöhung statt. Dieser 55PS-Motor findet auch im Raupenbulldog Verwendung und ebenso im neuen Eilbulldog, der ein neues Fünfganggetriebe erhält. Der Eilbulldog wird schon zu seiner Zeit eine Legende, die schon damals nur von wenigen Unternehmern bezahlt werden konnte und für die heute astronomische Summen gezahlt werden. |
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Ab 1940 wird Lanz gezwungen sich mit Entwicklung und Bau von Gasschlepper zu befassen. Versuche gab es schon davor, die jedoch aufgrund konstruktiver Schwierigkeiten (Verschmutzung des Kurbelgehäuses und der Luftklappen, Mehrgewicht, Leistungsabfall des Generators durch Schüttelschwingungen etc.) eingestellt wurden. Die Reichsregierung verbietet per Anordnung vom 30.6.1942 die Herstellung von landw. Schleppern mit Motoren die flüssige Kraftstoffe verarbeiten. Lanz entwickelt mit der TU Dresden die Gasschleuse, die den Zweitaktbulldogmotor(das Kurbelgehäuse), vor den Nebenstoffen des vergasten(verschwellten) Holzes schützt und somit einigermaßen betriebssicher macht. Es entstehen die sogenannten Zweistoffmaschinen, die neben dem Generatorgas eine geringe Menge flüssigen Treibstoff benötigen. Zuerst der kleine Bulldog D7506 HNG, später auch die großen D8506 HRG 7, D9506 HRG 8 und D2539 HRG 9 Eilbulldog. Viele ältere Bulldogs werden in den Werkstätten auf Holzgas umgebaut, die 55PS Maschinen werden laut StVO§36 auf 45PS gedrosselt, um Kraftstoff zu sparen. Ab 1943 werden nur noch Reingasbulldogs gebaut, d.h. auf die geringe Dieselmenge muss verzichtet werden. Es werden weitere konstruktive Änderungen nötig, wie vergrößerte Zylinder, um den Leistungsabfall aufzufangen; eine elektr.Zündanlage ähnlich einem Benzinmotor, geringere Schwungmassen...Es werden die Typen D7006 HNO mit 7,3 Liter Hubraum, D9006 HRO 8, D2039 HRO 9 mit 13,8 Liter Hubraum gebaut. Ab Sommer ´45 werden die Holzgasmaschinen in Glühkopfbulldogs zurückgebaut. Die Gasschleuse muß beibehalten werden oder ein anderer Zylinder wird aus einem "geschlachteten" eingebaut. Original erhaltene Holzgas-Bulldogs sind heute selten und Attraktionen auf Bulldogtreffen. |